Künstliche Intelligenz spielt bei der Reiseplanung eine immer größere Rolle. Laut Allianz Partners planten 45 % der Reisenden weltweit, in diesem Sommer KI zur Planung ihres Urlaubs zu nutzen.
Und jetzt geht Google noch einen Schritt weiter.
Google hat kürzlich Hotelbuchungen im KI-Modus in der Google Suche eingeführt, sodass Reisende dort Hotels nach ihren Wünschen entdecken, Optionen vergleichen und schließlich eine Reservierung vornehmen können – und das alles in „einem einzigen durchgängigen Gespräch“, wie Google es nennt.
Das ist durchaus eine große Sache. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Reisende KI inzwischen nicht mehr nur fragen, wohin sie reisen sollen. Zunehmend könnte auch die Buchung selbst Teil desselben Gesprächs werden.
Aber wie funktioniert das Ganze eigentlich und was könnte es für unabhängige Gastgeber bedeuten?
Ein Hotel im KI-Modus buchen – von der Suche bis zum Buchungsabschluss
„Ich reise vom 26. bis 29. September nach New York und suche ein Hotel für unter 200 USD. Es sollte in der Nähe von gemütlichen Jazzbars sein.“
So könnte eine Anfrage aussehen, die Reisende an Googles KI-Modus stellen. Statt mehrere Suchanfragen zu starten und einen Tab nach dem anderen zu öffnen, können sie einfach in ganz normaler Sprache beschreiben, wonach sie suchen.
Der KI-Modus zeigt daraufhin eine visuelle Liste mit Hotels, die zu diesen Wünschen passen, einschließlich Bewertungen und hilfreicher Vergleichsinformationen.
Sobald sich ein Reisender für ein Hotel entschieden hat, beginnt der eigentlich neue Teil.
Wo die Funktion verfügbar ist, kann er bei einem integrierten Buchungspartner „Continue on Google“ auswählen, ein Zimmer wählen, Details wie die Stornierungsbedingungen prüfen und die Reservierung mit Google Pay abschließen – ohne den Buchungsprozess im KI-Modus zu verlassen.

Das Hotel oder die Buchungsplattform wickelt die eigentliche Buchung weiterhin selbst ab und übernimmt auch den anschließenden Kundenservice.
Google führt die Funktion zunächst auf Englisch in den USA mit zehn Partnern ein, darunter Hotelgruppen wie Hilton, Marriott und IHG sowie Booking.com, Expedia, Hotels.com, Priceline und Trip.com.
Was können unabhängige Gastgeber jetzt tun?
Das Google-Update ist noch neu, sodass es keinen Grund gibt, plötzlich deine gesamte Buchungsstrategie zu überdenken. Es gibt uns aber einen guten Einblick, wohin sich die Reisesuche entwickeln könnte.
Und ein paar praktische Dinge kannst du schon jetzt überprüfen.
Gefunden werden: Werde konkret und hebe dich ab
Mach auf den ersten Blick deutlich, was deine Unterkunft tatsächlich bietet.
Halte deine Website und dein Google Unternehmensprofil aktuell und beschreibe deine Unterkunft klar. Wo befindet sie sich? Was macht einen Aufenthalt bei dir besonders? Welche Annehmlichkeiten bietest du? Was gibt es in der Nähe?
Das wird besonders dann hilfreich, wenn jemand mit konkreten Wünschen sucht, statt einfach nur „Hotels in New York“ einzugeben.
Und es gibt keinen besonderen Trick, um in den KI-Ergebnissen von Google aufzutauchen. Laut Google gelten für den KI-Modus weiterhin dieselben bewährten SEO-Grundsätze: hilfreiche, originelle Inhalte und Informationen, die von den Suchsystemen gefunden und verstanden werden können.
Vergleichen: Bewertungen sind wichtig
Als Nächstes kommt der Vergleich.
Laut Google können bei Hotelvorschlägen neben anderen Faktoren, die Reisende vergleichen möchten, auch Gästebewertungen angezeigt werden. Deshalb ist es wichtig, die Angaben zu deiner Unterkunft sowie Fotos und Preise aktuell zu halten, aber auch deine Gäste können mit ihren Bewertungen für dich sprechen.
Gute, aktuelle Bewertungen können jemandem einen weiteren Grund geben, sich für deine Unterkunft zu entscheiden, wenn mehrere ähnliche Optionen nebeneinander erscheinen.
Buchen: Behalte deine Vertriebskanäle im Blick
Dann ist da noch die Buchung selbst.
Zu den ersten Partnern von Google gehören mehrere große OTAs wie Booking.com und Expedia. Das bedeutet nicht, dass jede unabhängige Unterkunft jetzt plötzlich ändern muss, wo sie ihre Zimmer anbietet.
Aber es lohnt sich, deinen Mix an Vertriebskanälen im Blick zu behalten.
Wenn KI-Tools zunehmend zu einem Ort werden, an dem Gäste Unterkünfte sowohl entdecken als auch buchen, könnte die Verfügbarkeit über die Channels, mit denen diese Tools verbunden sind, neben deinen Direktbuchungen zu einem weiteren Faktor werden.

Von der Reiseplanung mit KI zur Buchung mit KI
Dass KI bei der Urlaubsplanung hilft, ist inzwischen nichts besonders Ungewöhnliches mehr. Interessant an Googles Update ist, wie viel näher Reiseplanung und Buchung dadurch zusammenrücken.
Für unabhängige Gastgeber ist es noch zu früh, um genau zu wissen, wie stark sich dadurch das Gästeverhalten oder der Vertrieb verändern wird.
Aber es lohnt sich, diese Entwicklung im Auge zu behalten.
Wenn dir also das nächste Mal ein Gast erzählt, dass er dein Zimmer über ein Gespräch mit einer KI gefunden – und gebucht – hat, solltest du vielleicht nicht allzu überrascht sein.
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Folgen Sie Sirvoy für praktische Tipps, Produktneuigkeiten und neue Ideen, mit denen Ihre Unterkunft mehr Buchungen erhält.
